Tipps zur Vermeidung von Pflanzenschutzmitteln in Haus- und Kleingärten

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Kleingarten ist fast immer verzichtbar. Für eine einwandfreie Wasserqualität im Hessischen Ried ist der Schutz unserer Gewässer – unter anderem vor Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und ihren Abbauprodukten – notwendig.

Vorsorge

Zur Vermeidung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln kann die Wahl resistenter und standortangepasster Arten und Sorten beitragen. Außerdem muss eine optimale Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen und Wasser gewährleistet sein. Einige Mangelerscheinungen können z.B. mit Pilzkrankheiten verwechselt werden. Bevor eine Pflanze mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt wird, sollte daher abgeklärt werden, ob es sich bei dem Erscheinungsbild wirklich um eine Krankheit und nicht um einen Nährstoffmangel oder eine Nährstoffüberversorgung handelt. Auch das falsche Substrat kann negative Einflüsse auf das Erscheinungsbild der Pflanze haben. Häufig führt die Wasserversorgung zu Schäden: Während eine mangelhafte Wasserversorgung zumeist gut erkannt wird, wird eine zu starke Wässerung oft nicht erkannt. Dabei kann ein zu feuchtes Substrat zum Abfaulen der Wurzeln und somit zu Mangelerscheinungen führen, da die Pflanze sich nicht mehr ernähren kann.

Pflanzenschutz

Handelt es sich jedoch um einen Schaderreger an der Pflanze, können verschiedene biologische oder mechanische Maßnahmen helfen. So kann beispielsweise ein naturnah geführter Garten zur natürlichen Schädlingsbekämpfung beitragen, indem er insektenfressenden Tieren und Nützlingen einen Lebensraum bietet. Des Weiteren können beispielsweise Nützlinge eingesetzt, Schutznetze aufgehängt oder Schaderreger abgebürstet werden. Erst nach Ausschöpfung aller Maßnahmen sollte ein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erwogen werden. Für verschiedene Schaderreger sind (meist biologische) Pflanzenschutzmittel und Grundstoffe mit geringerem Umweltrisiko vorhanden. Weitere Informationen und Tipps zur umweltfreundlichen Bekämpfung von Schaderregern und Schadfaktoren für Pflanzen finden Sie in der Infodatenbank des Pflanzenschutzdienstes Hessen (s.u.). Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müssen die Auflagen und Anwendungsbestimmungen des jeweiligen Mittels beachtet werden. Die Anwendenden sollten deshalb sorgfältig das Etikett und die Gebrauchsanleitung durchlesen; dort steht alles, was für eine sichere Anwendung zu beachten ist. Grundsätzlich sollten Pflanzenschutzmittel nicht vor oder bei Regenwetter angewendet werden. Außerdem sollte es windstill und nicht wärmer als 25 °C sein.

Entsorgung

Übrig gebliebene Spritzlösung nicht in den Abfluss gießen! Entsorgen Sie Reste der angewendeten Spritzlösung in einer Verdünnung von 1:10 (3-malige Wiederholung der Verdünnung und Ausspülung) auf der zuvor behandelten Fläche. Behältnisse von Pflanzenschutzmitteln dürfen erst nach völliger Restentleerung und gründlicher Reinigung (auch Waschwasser nur auf biologisch aktiver Fläche entleeren) über den Hausmüll entsorgt werden. Reste von Pflanzenschutzmitteln und Behältnisse können auch über die Schadstoffsammlung von Städten und Landkreisen abgegeben werden.

Stets vermeiden

Herbizide, also Unkrautvernichtungsmittel, dürfen nicht auf befestigten Flächen angewendet werden. Denn dort können sie nicht biologisch abgebaut werden und gelangen mit dem nächsten Regen über Kanäle in Gewässer, wo sie die Biodiversität beeinträchtigen können. Achten Sie daher während der Anwendung auf genügend Abstand zu Bächen, aber auch zu befestigten Wegen und Straßenabläufen. Des Weiteren dürfen selbst kleinste Reste von Pflanzenschutzmitteln nicht im Abfluss entsorgt werden oder versehentlich dort hineingelangen, da sie in konventionellen Kläranlagen nur unzureichend abgebaut werden und somit auf diesem Weg ebenfalls bis in unsere Gewässer transportiert werden können.

Schon gewusst?
Das Gartentelefon der Hessischen Gartenakademie (LLH) berät Freizeitgärtnerinnen und -gärtner kostenlos rund um Pflanzenpflege, Pflanzenschutz und Gartenpraxis:

Beratung zu Fragen rund um den Garten
montags, mittwochs und donnerstags von 9:00 bis 11:00 Uhr
Tel.: 0561-7299 377


Weitere nützliche Informationen zu diesem Thema finden Sie auf den folgenden Seiten:

Sie möchten die Sensibilisierungskampagne zur Vermeidung von Pflanzenschutzmitteln in Haus- und Kleingärten unterstützen? Gerne stellen wir Ihnen das Informationsmaterial zur Verfügung.

Wenden Sie sich dafür an Tobias Nitschke, IKU GmbH, nitschke@dialoggestalter.de.