Am 24. April 2026 trafen sich rund 70 Akteure und Interessierte des Dialogforums im Haus am Dom in Frankfurt a.M. zur Abschlussveranstaltung des Dialogforums Phase 2 „Spurenstoffe im Hessischen Ried“. Gemeinsam mit dem Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) und mit Unterstützung des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) und IKU_Die Dialoggestalter (IKU) zogen die Teilnehmenden eine Bilanz des Dialogprozesses.
Staatssekretär Michael Ruhl, HMLU, eröffnete die Veranstaltung und dankte den Teilnehmenden für ihr großes Engagement in den vergangenen zwei Jahren. Die Ergebnisse würden beeindruckend zeigen, wieviel für den Gewässerschutz im Hessischen Ried erreicht wurde.
Anschließend gewährte Sofia Barth, Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA), einen Einblick in die Erfahrungen mit quellenbezogenen Maßnahmen in der Schweiz. Aktuell treibt der VSA dort u.a. die getrennte Entsorgung des Abwassers an Waschplätzen für landwirtschaftliche Geräte zur Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln voran und führt eine Sensibilisierungskampagne zu Fipronil durch, das insbesondere in Flohmitteln für Katzen und Hunde zum Einsatz kommt. Des Weiteren wird ein Modellprojekt zum Auffangen von Röntgenkonstrastmitteln im Urin in Chur durchgeführt.
Danach präsentierten die fünf Projektgruppen die Ergebnisse ihrer über zweijährigen Arbeit im Dialogforum. Diese sind nachfolgend aufgeführt. In einer anschließenden Gesprächsrunde reflektierten und diskutierten die Projektleitungen ihre gewonnenen Erkenntnisse und Produkte im Plenum. Sie betonten dabei besonders die ziel- und ergebnisorientierte Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure in den Projektgruppen.
In der Pause besuchten die Teilnehmenden die Begleitausstellung. Hier konnten sie den Verlauf und die Ergebnisse des Dialogforums rekapitulieren. Auch die von den Projektgruppen erstellten Kampagnenmotive waren ausgestellt, zusammen mit einem Überblick über ihre bereits erfolgte Verwendung in Modellkommunen und weiteren Organisationen und die Ergebnisse der Evaluation.
Marcus Bloser, IKU, ging aus Sicht der Prozessbegleitung auf die Erfahrungen ein, die in der Zusammenarbeit mit den gewonnenen Modellkommunen gemacht worden sind und verwies auf die parallel entstandene Bundesinitiative Modellkommunen.
Die zentralen Ergebnisse der Evaluation der beiden Phasen des Dialogforums „Spurenstoffe im Hessischen Ried“ präsentierte Dr. Thomas Hillenbrand vom Fraunhofer ISI.
Zum Schluss stellte Michael Denk, Abteilungsleiter Wasser und Boden im HMLU, die Erfolge der Spurenstoffstrategie Hessisches Ried und dem damit verbundenen Dialogforum aus Ministeriumssicht vor und gab einen Ausblick zur Spurenstoffminderung in Hessen.
Als „Anker“ für die Spurenstoffthematik soll die Projektwebsite „Reines Ried“ weitergeführt werden. Zudem haben Kommunen bis zum Projektende im September weiterhin Zugriff auf die Kampagnenmaterialien und Ansprechpersonen im HMLU. Mit Blick auf die Dynamik, welche die europäische Kommunalabwasserrichtlinie erzeugen wird, sieht sich Hessen mit den im Ried gesammelten Erfahrungen gut gerüstet.
Die Dokumentation der Veranstaltung inkl. der Ergebnisse der Projektgruppen und der gezeigten Folien finden Sie hier: